Qualität von Anfang an: Klinikum für Neugeborenen-Hörscreening akkreditiert

Anerkennung für drei Jahre – enge Verzahnung von Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin und HNO

 Klinikum Bad Hersfeld ist als Mitglied des Qualitätsnetzwerks „Hessisches Neugeborenen-Hörscreening“ akkreditiert worden. Das Hessische Kindervorsorgezentrum an der Universitätsmedizin Frankfurt hat dem Klinikum nach erfolgreichem Nachweis der fachlichen, technischen und organisatorischen Voraussetzungen die Anerkennung für drei Jahre – von September 2026 bis September 2029 – erteilt.

Am Klinikum werden bereits seit 2017 sowohl Erst- als auch Kontrollscreenings durchgeführt. Die Ergebnisse werden an das Hessische Kindervorsorgezentrum, Bereich Neugeborenen-Hörscreening, übermittelt. Gemeinsam mit dem Zentrum werden zudem Schulungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchgeführt, die mit dem Screening befasst sind.
Ziel des Neugeborenen-Hörscreenings ist es, angeborene Hörstörungen möglichst früh zu erkennen. Denn ein intaktes Hörvermögen ist eine wichtige Voraussetzung für die Sprachentwicklung und die weitere Entwicklung eines Kindes. Werden Auffälligkeiten früh festgestellt, können weiterführende Untersuchungen und gegebenenfalls eine Behandlung zeitnah eingeleitet werden.

„Die Akkreditierung bestätigt, dass wir beim Neugeborenen-Hörscreening verbindliche Qualitätsstandards erfüllen und auffällige Befunde strukturiert weiterverfolgt werden können“, erklärt Dr. Srebrena Koch, Audiologin in der HNO Abteilung. „Sie ist zugleich ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig das enge Zusammenspiel verschiedener Fachdisziplinen für eine verlässliche Versorgung von Familien in unserer Region ist.“

Versorgung von Mutter und Kind unter einem Dach
Das Neugeborenen-Hörscreening ist Teil einer umfassenden Versorgungskette am Klinikum Bad Hersfeld. Frauenklinik, Geburtshilfe und Kinderklinik arbeiten eng zusammen. Rund um die Geburt stehen neben dem geburtshilflichen Team auch Kinderärztinnen und Kinderärzte zur Verfügung. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin deckt ein breites pädiatrisches Spektrum ab und versorgt auch Früh- und kranke Neugeborene.

Bei auffälligen Hörbefunden schließt sich die Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde mit einer umfassenden audiologischen Diagnostik an. Dazu gehören unter anderem objektive Hörprüfungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Mit dem Cochlea-Implantat-Centrum verfügt das Klinikum darüber hinaus über besondere Expertise in der Diagnostik und Behandlung ausgeprägter Hörstörungen.

„Entscheidend ist die durchgängige Versorgungskette“, sagt Prof. Rolf Issing, Chefarzt der HNO am Klinikum. „Von Schwangerschaft und Geburt über die Kinderheilkunde und Vorsorge bis hin zur spezialisierten HNO-Diagnostik können wir Leistungen eng miteinander verzahnen. Gerade im ländlichen Raum ist eine solche Struktur von besonderer Bedeutung.“

Wohnortnahe Kinder- und Jugendmedizin bleibt wichtig
Auch die aktuelle hessische Krankenhausplanung unterstreicht die Bedeutung wohnortnaher Angebote für Kinder und Familien. Nach Angaben des Hessischen Gesundheitsministeriums ist nach dem derzeitigen Planungsstand keine Veränderung bei der Zahl der Standorte der Geburtshilfe sowie der Kinder- und Jugendmedizin vorgesehen. 
Zugleich verfolgt das Land das Ziel, die allgemeine Kinder- und Jugendmedizin sowie die Geburtshilfe regional gut erreichbar vorzuhalten. Auch das Neugeborenen-Hörscreening wird in Hessen gezielt gestärkt – insbesondere im ländlichen Raum. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg gehört zu den Regionen, in denen entsprechende Strukturen unterstützt werden.

„Eine wohnortnahe Versorgung bedeutet mehr, als einzelne medizinische Leistungen vorzuhalten“, erklärt Sebastian Mock, Geschäftsführer des Klinikums Hersfeld-Rotenburg. „Es geht darum, Strukturen so miteinander zu verbinden, dass Familien von der Geburt an verlässlich begleitet werden können.“

Hintergrund: Neugeborenen-Hörscreening
Das Neugeborenen-Hörscreening gehört zu den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und wird nach den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses durchgeführt. Es soll angeborene Hörstörungen möglichst früh erkennen. Das Hessische Kindervorsorgezentrum an der Universitätsmedizin Frankfurt koordiniert das Screening in Hessen und unterstützt bei auffälligen Befunden die weitere Kontroll- und Abklärungsdiagnostik.

Das Klinikum Bad Hersfeld ist für die Durchführung von Erst- und Kontrollscreenings im Qualitätsnetzwerk Hessisches Neugeborenen-Hörscreening für den Zeitraum September 2026 bis September 2029 akkreditiert.

Bildunterschrift: Das Team Audiologie des Neugeborenen-Hörscreenings um Prof. Issing v.l.n.r. - Nurdan Ergen-Kocaga, Dipl. Ing. Klaus Pradella, Dr. rer. nat. Srebrena Koch und Ibrahim Kocaga.