Das linke Knie im Kurpark – das rechte am Seilerweg

Renate Bock aus Schenklengsfeld erhält zwei Knie-Prothesen

Rund ein halbes Jahr ist es her, dass die Hersfelder Orthopädie aus dem Kurpark ins Klinikum Bad Hersfeld gezogen ist. Unter Chefarzt Dr. Philipp Dworschak hat sich die Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie inzwischen auf der Station Nord 6 neu eingerichtet. Für Dworschaks Patientin Renate Bock bedeutet das: Die Vollprothese ihres linken Knies wurde noch im Kurpark eingesetzt, die des rechten bereits am Standort Seilerweg. „Damit habe ich schon einen guten Vergleich“, schmunzelt die Schenklengsfelderin.

Ein gutes Jahr zwischen den beiden Knie-Operationen empfiehlt Dr. Dworschak seinen Patienten als Richtwert: „Ein halbes Jahr sollte es mindestens sein; alles darüber hinaus besprechen wir individuell mit dem Patienten.“ So kam es, dass das linke Knie von Renate Bock in der Orthopädie am Standort im Kurpark operiert wurde und das rechte in der neuen Heimat der Klinik am Seilerweg. „Da ich von demselben Team betreut wurde, war das für mich kein Grund, mich anders zu entscheiden“, betont Bock. Ganz im Gegenteil: Nach der insgesamt positiven Erfahrung der ersten Operation wurde es für das andere Knie „höchste Eisenbahn“.

Bock, heute 71 Jahre alt, führt ein aktives Leben: Auch als Rentnerin arbeitet sie weiterhin einige Stunden pro Woche im familieneigenen Bäckereibetrieb, betreut ihre Enkelkinder oder widmet sich ihrem Garten. „Frau Bock hat in ihrem gesamten Leben viel Arbeit und Fleiß in den eigenen Betrieb und die Familie gesteckt. Der Verschleiß, den wir bei ihr in beiden Knien deutlich sehen, ist da durchaus normal“, erklärt Dworschak. Genauso normal sei es, dass die Patienten zunächst andere Behandlungsmethoden versuchen, bevor sie letztendlich den Schritt zur Operation wagen. „Physiotherapie, Medikamente oder auch gezielte Hyaluron-Injektionen können Abhilfe schaffen und die Operation etwas weiter in die Zukunft schieben. Irgendwann ist aber meist der Punkt gekommen, an dem der Patient von alleine die Entscheidung zur Operation trifft – und das ist dann immer der richtige Zeitpunkt“, so Dworschak.

Im Jahr 2024 stellt sie sich daher zum ersten Mal in der Hersfelder Orthopädie vor, die sie aus einer Meniskus-Operation vor rund 15 Jahren noch in guter Erinnerung hatte. „Ich habe natürlich auch die Gespräche in der Bäckerei ein wenig genutzt, um andere nach ihren Erfahrungen zur Orthopädie zu fragen“, so Bock. Gemeinsam mit Dr. Dworschak entscheidet sie sich für die Implantation einer Vollprothese in beiden Knie-Gelenken in den kommenden Jahren. „Für Frau Bock wäre eine Teilprothese, bei der nur ein gewisser Teil des Knies durch ein Implantat ersetzt wird, nicht die optimale, langfristige Lösung gewesen. Die Empfehlung, ob Teil- oder Vollprothese, spreche ich als Arzt immer ganz individuell für jeden Patienten aus, nachdem ich ihn untersucht, die Röntgen- und gegebenenfalls MRT-Bilder ausgewertet und ausführlich über seinen Lebensstil gesprochen habe“, erklärt Dworschak.

Auch ihre zweite Operation verläuft planmäßig und ohne Komplikationen. Unmittelbar am Tag danach ist die heute 71-Jährige schon wieder auf den Beinen – wenn auch langsam und vorsichtig. „Wir beginnen immer am Tag nach der Operation mit der Mobilisation unserer Patienten. Das ist für den weiteren Verlauf von zentraler Bedeutung. Dazu haben wir hier auf der Nord 6 unsere eigenen Physiotherapie-Räume und arbeiten mit unserem erfahrenen Physiotherapie-Team zusammen“, so Nelli Seibel, Verantwortliche für die Therapie auf der Station.

Fünf weitere Tage später verlässt Renate Bock das Klinikum in Richtung Rehabilitation. Die hatte sie auch beim ersten Knie stationär wahrgenommen: „Mir tut es ganz gut, die Reha für mich an einem anderen Ort zu machen. So kann ich mich komplett auf mich und den Heilungsprozess konzentrieren und komme gar nicht erst in Versuchung, wieder zu Hause mit anzupacken“, schmunzelt Bock. Die Entscheidung zu einer ambulanten oder stationären Reha lässt Dworschak seinen Patienten offen: „Je nach Region bestehen ambulante Rehabilitationsangebote, die die Patienten natürlich gerne wahrnehmen können, wenn sie abends lieber im eigenen Bett schlafen. Da hat jede Variante ihre Vor- und Nachteile.“ Gut darauf vorbereitet fühlt Renate Bock sich „auf jeden Fall“. Das liege auch an Dworschaks Entscheidung, Patienten erst ab einem bestimmten Mobilitätsgrad in die Reha zu entlassen.
 
Den Vergleich zwischen den beiden Standorten der Orthopädie sieht Renate Bock als weniger entscheidend. Wohl gefühlt habe sie sich an beiden Orten: „Ich wurde von den gleichen Ärzten, Pflegefachkräften und Physiotherapeuten betreut – das hat sich für mich sehr vertraut angefühlt. Die Zimmer auf der Nord 6 sind sehr modern und komfortabel eingerichtet, die Aussicht auf das geschäftige Treiben in Bad Hersfeld ist auch ganz besonders. Vom Gefühl her habe ich dieses Mal sogar weniger Schmerzen als beim letzten Mal.“ Das, so Dworschak, könne von Knie zu Knie unterschiedlich sein. Damit blickt Bock positiv in die nächsten Wochen: „Ich weiß ja nun grob, wie die nächsten Wochen verlaufen werden und mit welchen Fortschritten wann etwa zu rechnen ist. Da das bereits beim ersten Knie wirklich gut war, bin ich optimistisch, dass ich auch diesmal in wenigen Wochen wieder fit auf den Beinen sein werde.“ Die verbesserte Lebensqualität, die der Eingriff mit sich bringt, weiß sie heute sehr zu schätzen.

Foto: Chefarzt Dr. Philipp Dworschak mit seiner Patientin Renate Bock