Wunder in Wort und Bild

Ausstellung im Klinikum zum Thema weibliche Genitalverstümmlung wurde eröffnet

Von Hamburg über Weimar nach Bad Hersfeld:
Ein nicht ganz einfaches Thema greift die Wanderausstellung „The Wonder of the Female Body“ auf, die seit  Donnerstag im Klinikum in Bad Hersfeld zu sehen ist. Am Beispiel des sogenannten Fulda-Mosocho-Projekts in  Kenia wird die weibliche Genitalverstümmlung thematisiert.

Nach Bad Hersfeld geholt hat die Ausstellung federführend Helga Ködding, die sich ehrenamtlich im Verein  „LebKom“ engagiert und selbst schon vor Ort in Kenia mitgearbeitet hat. Als Ehefrau von Klinikum-Geschäftsführer Martin Ködding sei es ihr nicht schwergefallen, das Klinikum von einer Kooperation zu überzeugen, verriet Helga Ködding bei der Eröffnung lachend. „Alle Menschen sind gleich viel Wert“, erklärte sie den zentralen Ansatz des Projekts.

Mosocho ist eine Region in Kenia, die Heimat der Kisii-Ethnie. Unter anderem dank der Schulung in Seminaren von Großeltern, Eltern, Bürgermeistern und Clanchefs seien dort in den vergangenen Jahren bereits großartige Erfolge im Engagement gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen zu verzeichnen gewesen.

Auch die Initiatorin des Fulda-Mosocho-Projekts, Prof. Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe, die 25 Jahre lang an der Fuldaer Hochschule gelehrt und geforscht hat, war bei der Eröffnung der Ausstellung zugegen. In einem  charmanten Vortrag erläuterte sie die Ziele und Erfolge des Projekts, auch mit Blick auf die Zukunft. Weitere Grußworte kamen von der Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholz, der  Frauenbeaaftragten Ute Boersch und dem ärztlichen Direktor des Klinikums, Prof. Dr. Markus Horn. Sie alle verwiesen auf die lebenslangen körperlichen und seelischen Folgen des „grausamen Rituals“, das eine Menschenrechtsverletzung darstelle. Musikalische Akzente setzte Sabine Kampmann.

Weltweit seien 125 Millionen Frauen von der weiblichen Beschneidung betroffen, in Afrika kämen täglich tausende hinzu. Aber auch in Deutschland gebe es geschätzte 30 000 Betroffene oder Bedrohte. 30 Bild- und Texttafeln,  Exponate und ein Film sollen die Besucher der Ausstellung im Foyer und im Flur des Klinikums nicht schockieren, sondern informieren.

Nach dem offiziellen Teil stand natürlich auch für die Gäste der Eröffnung ein Rundgang durch die Ausstellung auf dem Programm, als Ansprechpartner für Fragen und Diskussionen zum Thema standen Mitglieder von „LebKom“ zur Verfügung.(HZ,maaz)

pdf Artikel aus der HZ v. 12.07.2014

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