"Wissen made in Hersfeld"

Chefarzt Dr. Michael Keymling vom Klinikum verfasst Standardwerk für Mediziner

Schon der Name allein bringt Laien ins Schlingern: „Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie“ – kurz  ERCP – gilt als Königsdisziplin der endoskopischen Medizin. Das Verfahren ist so diffizil, dass es nur von speziell  ausgebildeten und sehr erfahrenen Fachärzte angewandt wird. Dr. Michael Keymling vom Klinikum Bad Hersfeld  hat jetzt ein Fachbuch über diese Behandlungmethode geschrieben.

Keymling ist Chefarzt für Gastroenterologie – also Spezialist für alle Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Seit vielen Jahren spezialisiert er sich unter anderem auf die ERCP-Methode. Kamerafahrt im Inneren Dabei wird ein Endoskop – also eine Videokamera auf einem biegsamen Schlauch – durch den Mund beim Patienten eingeführt,  um dann die Gallenwege und -blase sowie die Bauchspeicheldrüse zu untersuchen und zu behandeln.

Auf einem Bildschirm kann der Arzt dabei die Kamerafahrt im Inneren des Patienten verfolgen und durch den  Schlauch kleine Behandlungswerkzeuge einsetzen. „Die Bauchspeicheldrüse ist ein sehr empfindliches Organ, das Entzündungsrisiko ist sehr hoch“, erklärt Keymling. Deshalb ist es so wichtig, bei Untersuchungen höchste Sorgfalt walten zu lassen. „Neben mechanischem Geschick bei der Bedienung des Endoskops gehört viel Fingerspitzengefühl dazu“, erklärt er.

Am Klinikum gibt es einen von bundesweit nur ganz wenigen Simulatoren, an denen der ärztliche Nachwuchs  diesen Eingriff üben kann. „Ich selbst habe noch am lebenden Patienten gelernt“, sagt Keymling. Seither hat er  unzählige Untersuchungen vorgenommen und Schulungen in aller Welt abgehalten. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Prof. Dr. Bernd Köhler aus Bruchsal und Prof. Dr. Heinrich Lübke aus Berlin hat er nun ein 333-Seiten  starkes Lehrbuch über dieses Spezialthema verfasst, das für 179 Euro im Thieme Fachverlag erschienen ist. Lübke hat übrigens früher an der Vitalisklinik gearbeitet. „Das Buch hat also doppelte Hersfelder Wurzeln“, sagt Keymling.

Das Klinikum Bad Hersfeld genießt in Verbindung mit der Vitalisklinik einen hervorragenden Ruf im Bereich der  Viszeral-, also der Eingeweide-Medizin. Das Fachbuch dürfte daher bald zu einem Standardwerk werden und das  Renommee des Klinikums weiter erhöhen. Sogar aus den USA gibt es bereits Anfragen, das Werk ins Englische zu übersetzten. Dass sein Buch dennoch kein Bestseller wird, ist Keymling klar. „Damit wird man nicht reich“, sagt er schmunzelnd. Das Buch richte sich ausschließlich an Post-Graduierte Fachärzte, denn selbst für Medizinstudenten ist die Materie zu speziell. Keymling betont aber, dass es zur Verpflichtung von Ärzten gehört, ihr Wissen und  Können weiterzugeben.

„Mit dem Buch löse ich deshalb ein Stück meines Hypokratischen Eids ein.“
„Das ERCP-Buch – Lehrbuch und Atlas“, M. Keymling, Bernd M. Kohler und Heinrich J. Lübke, Thieme, Stuttgart  2012, 333 Seiten

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Zugangsregelungen im Klinikum Bad Hersfeld angepasst
Das Klinikum Bad Hersfeld hat in Abstimmung mit dem örtlichen Gesundheitsamt eine Erleichterung für Patienten beschlossen.
Patienten mit einem Termin in der Strahlentherapie, Mammographie Screening, Physiotherapie, für eine Stationäre Aufnahme,  eine Ambulante Operation,  im MVZ Augen oder Nuklearmedizin dürfen nun unter Voraussetzung der 3Gs (Geimpft, Genesen, Getestet)  - Geimpft (Nachweis über Impfpass oder Bescheinigung), Genesen (Bestätigungsschreiben des Gesundheitsamtes), Getestet (Nachweis eines öffentlichen Testzentrums- nicht älter als 24h-, Selbsttests werden nicht anerkannt) und idealerweise mit der LUCA App ohne weitere Kontrollen das Klinikum betreten. Diese Regelung trifft ebenfalls auf das MVZ am Klinikum zu.
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FAQs zum Klinikum Hersfeld-Rotenburg 2025

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