Wenn die Magensäure hoch kommt

Der gastroösophageale Reflux, der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre, ist in westlichen Industrieländern längst eine Volkskrankheit. Wenn Medikamente nicht mehr ausreichen oder es zu Folgeerkrankungen kommt, steht häufig der Gang zum Facharzt an. Am Bad Hersfelder Klinikum gibt es dafür das Refluxzentrum Osthessen – an dem Priv.-Doz. Dr. Peter Vogel, Chefarzt der Klinik für Allgemein- , Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie, und Priv.-Doz. Dr. Alexander Schneider, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, erfolgreich zusammenarbeiten.

Bei der Refluxkrankheit fließt Magensäure zurück in die Speiseröhre und dies kann zu allerlei Beschwerden führen. Da auf lange Sicht die Gefahr einer Zellveränderung besteht, ist eine Behandlung in der Regel notwendig. Typische Symptome für einen Reflux sind Brennen im Brustkorb oder Oberbauchschmerzen, doch auch Übelkeit oder Heiserkeit und selbst Luftnot oder Zahnbeschwerden können auf ihn zurückzuführen sein. „Die Problematik des Säurerückflusses ist sehr vielgestaltig“, erklärt Dr. Alexander Schneider, der seit Oktober 2017 Chefarzt für Gastroenterologie und Hepatologie am Bad Hersfelder Klinikum ist. In der Regel werden solche Beschwerden vom Hausarzt medikamentös behandelt, knapp einem Drittel aller Betroffenen ist mit der Standardtherapie allerdings nicht ausreichend geholfen. In diesem Fall steht die Überweisung zum Facharzt an, und zwar entweder zum Internisten oder in die Chirurgie.

Chirurgischer Eingriff

Ein chirurgischer Eingriff ist bei Refluxpatienten nicht selten, da die Erkrankung neben allgemeinen Risikofaktoren wie Adipositas, Rauchen oder zu viel Alkohol auch durch eine Hernie, also einen Bruch im Zwerchfell, ausgelöst werden kann.
Kommen Patienten zu Dr. Schneider oder Dr. Vogel, ist der Weg der Diagnose stets derselbe und richtet sich nach der Leitlinie der Fachgesellschaften. Beide Ärzte arbeiten eng zusammen und versprechen sich dadurch die bestmögliche Therapie. Neben dem interdisziplinären Austausch in wöchentlichen Sitzungen wird dabei auf speziell geschultes Personal und moderne Technik gesetzt: Im Klinikum stehen Endoskopie, pH-Metrie, Manometrie und spezielle Röntgenuntersuchungen zur Verfügung, sodass sich am Ende für jeden einzelnen Patienten die individuell beste Therapie entwickeln lässt. Dass diese nicht allein durch den Arzt vorgeschrieben wird, ist beiden Ärzten besonders wichtig.
„Wir sind der festen Überzeugung, dass der Betroffene entscheiden muss. Die Zeit des Halbgotts in Weiß war nicht gut“, erklärt Dr. Vogel, der seit 2012 die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie leitet. Man spreche dem Patienten eine Empfehlung aus, und zwar für Medikamente oder eine Operation – wobei es im Falle der Operation noch die Wahl zwischen verschiedenen Verfahren gibt.

Leidenszeit Beendet

Erfahrungsgemäß wüssten Betroffene in der Regel recht genau, welche Behandlung sie wollen, sagt Vogel und hat mit Carsten Weise aus Fulda gleich ein passendes lebendes Beispiel parat. Nach einer Leidenszeit von 25 Jahren ist er inzwischen beschwerdefrei: Sein Zwerchfellbruch wurde im Mai dieses Jahres am Refluxzentrum Osthessen operiert. Zuvor wurden ihm, so berichtet er, gegen den Reflux immer wieder Medikamente verschrieben und von einer behandelnden Fachärztin sogar von einer Operation abgeraten. Nach einer Magenspiegelung bei einem ehemaligen Kollegen von Dr. Vogel sei er schließlich an diesen verwiesen worden. Ähnlich Positives wie Weise hat auch Ursula Mischkowsky aus Rotenburg zu berichten. Weil bei ihr nach einer erfolgreichen Lungen-OP Dauerhusten und Heiserkeit nicht verschwinden wollten, wurde sie bei bekanntem Zwerchfellbruch von Dr. Vogel an den Kollegen Schneider überwiesen. Anschließend durchlief sie die vielschichtige Diagnostik, und der Verdacht auf Reflux bestätigte sich. „Anfang 2017 wurde ich dann operiert“, erzählt sie und ist froh: „Inzwischen kann ich wieder fast flach schlafen, wache ohne Husten auf und habe keine Beschwerden.“

 

Kontakt
Refluxzentrum Osthessen
Klinikum Bad Hersfeld GmbH
Seilerweg 29
36251 Bad Hersfeld
Telefon 06621/88-0

Ansprechpartner:
Priv.-Doz. Dr. med. Peter Vogel
Telefon 06621/88-1526
Priv.-Doz. Dr. med. Alexander Schneider
Tel. 06621/88-1931

Differenzierte Diagnostik und Therapievorschläge

Zum 1. Januar 2019 wurde am Klinikum Hersfeld-Rotenburg das Refluxzentrum Osthessen gegründet, um stark betroffenen Patienten zu helfen.

Im Refluxzentrum Osthessen arbeiten die Abteilung Gastroenterologie und Hepatologie und die Abteilung Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie des Klinikums Hersfeld-Rotenburg eng zusammen.
Die Refluxkrankheit ist eine Krankheit, die in Deutschland Millionen von Menschen betrifft und sehr quälend sein kann. Die Standardtherapie der Erkrankung besteht in einer Medikamenteneinnahme, mit der vielen Patienten geholfen werden kann. Es gibt aber eine Anzahl von Patienten, bei denen diese Standardtherapie nicht ausreichend ist und es gibt Patienten, die von Folgeerkrankungen der Refluxkrankheit betroffen sind. Insbesondere diesen beiden Patientengruppen möchte das Refluxzentrum Osthessen mit einer differenzierten Diagnostik und Therapievorschlägen helfen. Ungefähr 30 % aller Refluxpatienten sind mit der eingeschlagenen Therapie nicht wirklich beschwerdefrei. Eine kleinere Anzahl von Patienten entwickeln Folge- und Begleiterkrankungen mit Veränderungen der Schleimhaut der Speiseröhre (sogenanntes Barrett-Epithel) oder schwere Entzündungen mit Verengung der Speiseröhre. Manche Patienten fürchten die wenn auch seltenen Nebenwirkungen der Refluxmedikamente, andere haben Bedenken wegen des erhöhten Risikos einen Speiseröhrenkrebs zu entwickeln. Allen diesen Patienten stehen die modernen Techniken der Diagnostik mit Endoskopie, pH-Metrie, Manometrie und speziellen Röntgenuntersuchungen am Refluxzentrum Osthessen zur Verfügung.

Die im Refluxzentrum Osthessen tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben alle eine spezielle Ausbildung zur Diagnostik und Therapie der Refluxkrankheit durchlaufen. Wöchentlich findet eine interdisziplinäre Konferenz statt, in der für jeden einzelnen Patienten seine individuelle Diagnostik und Therapie entwickelt wird. Sowohl die technologische High-End-Ausstattung als auch die fachliche Expertise der Spezialisten am Refluxzentrum Osthessen werden allen Patienten, die eine über die normale Diagnostik und Therapie hinausgehende Betreuung benötigen, zur Verfügung gestellt. Gleiches gilt für die eventuell sinnvolle chirurgische Behandlung. Sollte ein Antireflux-chirurgischer Eingriff empfohlen werden, wird dieser in jedem Fall nur minimal-invasiv durchgeführt. Hierzu steht ein spezieller Operationssaal inklusive 3D-Technik zur Verfügung. Sämtliche aktuell empfohlenen Operationstechniken werden angeboten und von Operateuren, die diese Eingriffe in hoher Fallzahl erbracht haben, durchgeführt. Ziel der Eingriffe ist es, einen Zwerchfellbruch (Hiatushernie), der häufig Ursache des Reflux ist, zu beseitigen und/oder den unteren Schließmechanismus der Speiseröhre zu stärken. Auch die chirurgischen Eingriffe werden – wie alle Therapieempfehlungen – für jeden Patienten individuell entwickelt und im intensiven Gespräch mit den Patienten erläutert.

Hier finden Sie den Bericht aus der Neuen Mitte vom 04.09.2019

Notfall und Akutversorgung

 Notfall- und Akutversorgung

Notfallversorgung

 Fragebogen Besucher, Fremdfirmen, Patienten (ambulant) "Corona"

Sofortige Aussetzung aller nicht dringend medizinisch notwendigen Behandlungen

Update Lage 20.03.2020 16:00 Uhr

Klinikum Bad Hersfeld
Die Psychiatrische Institutsambulanz ist in der ehemaligen Psy. Tagesklinik in Betrieb gegangen. Zugang und Zufahrt ist ausschließlich über die Straße am Wendeberg (Einfahrt über dem KfH Dialysegebäude) möglich. Es werden KEINE Patienten durch die Klinik geleitet
Lieferanten, Techniker und Vertreter werden an den Eingängen wie Besucher behandelt. Sie füllen den Fragebogen aus und die Zielstelle (Abteilung, Klinik, etc.) wird angerufen, ob Zutritt gewährt wird. Bei einem JA auf dem Fragebogen kann KEIN Zutritt gewährt werden

HKZ Rotenburg
- Gesonderte Anfahrt der Rettungsdienste für Covid-19  Patienten oder Verdachtsfälle
(Liegendeinfahrt des Kardiologischen Fachkrankenhauses)
- Zur Beschränkung des Besuchsverkehrs werden Besucherkontrollen vorbereitet

Klinik am Hainberg
Einführung einer restriktiven Besucherregelung für die KAH
- externe Besucher haben keinen Zutritt und werden über Aufsteller und Informationstafeln aufmerksam    gemacht.
- Kurier- und Postdienste müssen klingeln und Übergabe erfolgt im „Windfang“ der Haupteingangstür
- keine externe Beurlaubung für die Rehabilitand*innen, z. B zur Belastungserprobung.

Orthopädie
Das MVZ an der Orthopädie stellt seinen Betrieb ein. Patienten werden entweder im Klinikum oder im MVZ Bebra behandelt.
Am Mittwoch, 25.03. werden die bis dahin nicht entlassenen Patienten ins Klinikum verlegt. Die Klinik wird dann bis Freitag, den 27.03. für eine spätere Wiederinbetriebnahme bereit gemacht.