"Viel mehr als ein Job": Tägliche Arbeit im Grenzbereich

Sie  haben keinen Job wie jeder andere: Die Schwestern und Pfleger der kardiologischen Intesivstation des Herz- und Kreislaufzentrums arbeiten täglich im Grenzbereich. So belastend der Beruf sein kann, so erfüllend scheint er auch zu sein. Im vergangenen Jahr feierte Bernd Volland dreißigjähriges Berufsjubiläum. Der Breitenbacher lächelt, als er daran zurückdenkt. „Eigentlich war es ein Tag wie jeder andere. Selbstverständlich hält man da mal kurz Rückschau. Aber ich würde meinen Beruf immer wieder ergreifen. Es ist einfach unglaublich erfüllend, wenn man gerne mit Menschen arbeitet.“

Volland leitet die kardiologische Intensivstation des Herz- und Kreislaufzentrums. Hierher kommen Patienten, die sich in einer akuten Notsituation des Herz-Kreislaufsystems befinden. Nach Reanimationen, Herzinfarkten – oder auch zur weiteren Behandlung von Patienten von Schlaganfall und Herzoperationen. „Auf unserer Station liegen Patienten in sehr kritischen Situationen, aber auch solche, die nach Untersuchungen am Monitor überwacht werden müssen, bevor sie wieder auf ihre Station verlegt werden können“, sagt der 57-Jährige. Mit schweren Krankheiten haben Bernd Volland und seine Kolleginnen und Kollegen täglich zu tun. Und immer wieder auch mit dem Tod.

Menschenliebe und Belastbarkeit erforderlich
Für „Normalsterbliche“ ist die Arbeit auf einer Intensivstation so etwas wie „Berufsleben im Ausnahmezustand“ – wie kann man so etwas ertragen? „Natürlich muss man dazu eine gewisse Belastbarkeit mitbringen“, erklärt der Stationsleiter. „Menschliches Leid und tragische Schicksale lassen sich nun mal nicht wegdiskutieren. Wenn bei uns Menschen eingeliefert werden, die sich in einer Notsituation befinden, etwa der Familienvater, der plötzlich einen Herzinfarkt erleidet, bedeutet das für die Angehörigen maximalen Stress. Deshalb müssen wir professionell damit umgehen können, ohne die nötige Empathie zu verlieren. Wenn wir neben der intensivpflegerischen Arbeit auch dazu beitragen können, dass Ruhe in eine Notsituation kommt und sich Patient und Angehörige wieder sicher fühlen, dann haben wir einen wichtigen Teil schon gut gemacht.“

Neben hoher Empathie und Menschenliebe gehört noch eine gehörige Portion medizinisch-technisches Verständnis zu dem Job, den Volland und seine Kollegen Tag für Tag erledigen. Insgesamt 20 Betten befinden sich auf der modern ausgestatteten kardiologischen Intensivstation. 28 Pflegekräfte kümmern sich im Dreischichtbetrieb um die Patienten, die meist nur einige Tage auf der Kardio-Intensiv verbringen. „Nach besonders schwerwiegenden Erkrankungen bleiben unsere Patienten aber auch schon mal drei oder vier Wochen bei uns“, erklärt der Intensivpfleger, dessen Frau ebenfalls im  Herz- und Kreislaufzentrum arbeitet. „Da muss man sich beim Abendessen schon ab und zu bemühen, nicht über die Arbeit zu sprechen“, lacht Bernd Volland. Seinen Beruf liebt der Stationsleiter aber nach wie vor wie am ersten Tag. „Es ist unglaublich befriedigend zu sehen, wie es den Menschen auf unserer Station schnell wieder besser geht und sie Schritt für Schritt in ihr altes Leben zurückfinden. Dazu ein Stück beitragen zu können, entschädigt einen für andere Dinge, die an unserem Beruf besonders fordernd sind.“ Und ein weiteres Erlebnis hat ihn tief beeindruckt: „Ich habe kürzlich meinen Nachbarn reanimiert, der in seinem Garten zusammengebrochen war. In dieser Situation war ich sehr dankbar für das Wissen, das mir mein Beruf geschenkt hat.“ Was Volland zudem ganz besonders an seiner Arbeit mag, ist das eingeschworene Team. „Wenn man in einem Pflegeberuf arbeitet, werden die Kollegen schnell zu einer Art Familie. Es ist ein unglaublicher Zusammenhalt hier auf unserer Station – etwas Schöneres kann ich mir nicht vorstellen.“ Wenn dann auch noch ein Patient mit viel Hoffnung in der Stimme bei seiner Ankunft fragt: „Ist denn der Volland da?“, dann spürt der leidenschaftliche Krankenpfleger, dass er der richtige Mann am richtigen Platz ist.

Weitere Auskünfte:
Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg
Heinz-Meise-Straße 100
36199 Rotenburg a. d. Fulda
Tel.: 06623 / 88-0
http://www.herz-kreislauf-zentrum-rotenburg.de

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