Krebs durch Nase entfernt

Außergewöhnliche Operation – Chirurgen aus Kassel und Bad Hersfeld gründen Team

Die HNO-Klinik des Klinikums Bad Hersfeld gründet mit den Kasseler Hals-Nasen-Ohren-Chirurgen Dr. Stefan Maas und Dr. Axel Sauer, Belegärzten am Elisabeth-Krankenhaus Kassel, ein Schädelbasisteam: die HEKA-Schädelbasischirurgie.

„Zusammen können wir eine effektive und funktionserhaltende Entfernung von Tumoren aus der Schädelbasis anbieten“, sagt Maas. Ergänzend zum Schädelbasiszentrum des Klinikums Kassel haben sich in der  HEKASchädelbasischirurgie HNOChirurgen und Ärzte aus weiteren Disziplinen wie der Neurologie, Augenheilkunde und Gefäßchirurgie zusammengeschlossen.

Anlass für die Gründung war die Operation eines 15- Jährigen aus Söhrewald im Januar. Er hatte einen fortgeschrittenen, gefäßreichen Tumor in der vorderen Schädelbasis. Diese Tumorart kann sehr stark bluten  sowie in den Schädelknochen und das Gehirn einwachsen. Maas entfernte den Tumor zusammen mit einem Team des Chefarztes der Bad Hersfelder HNO-Klinik, Prof. Peter Issing, endoskopisch, also ohne Schnitt von außen, schrittweise durch die Nasenlöcher.

Einen Tag zuvor hatte ein speziell ausgebildeter Radiologe (Neuroradiologe) der Klinik die Blutgefäße, die zum Tumor führten, verödet. „Diese sogenannte Embolisation vermindert das Risiko, dass es während der Operation zu  bedrohlichen Blutungen kommt“, erklärt Maas. Außerdem kann der Neuroradiologe mittels eines Katheters die  Gefäße des Tumors darstellen. „So erhalten wir ergänzend zu den bildgebenden Diagnoseverfahren wertvolle Informationen über die Größe und Wachstumsrichtung des Tumors“, sagt der Kasseler HNO-Chirurg. Man habe  festgestellt, dass sich das medizinische Knowhow und die chirurgischen Techniken sinnvoll ergänzten. Vorher  arbeitete Maas bundesweit mit Spezialisten zusammen.

Durch die Kooperation mit der Bad Hersfelder HNO-Klinik könne jetzt ein entsprechendes Netzwerk in der Region angeboten werden. Die HEKA-Schädelbasischirurgie ist laut Maas auf die Diagnose, Behandlung und Entfernung von Tumoren der Schädelbasis, des Kleinhirnbrückenwinkels, der Augenhöhle und des Sehnervs spezialisiert. Nicht  für jeden Patienten sei eine Operation die geeignete Therapie. „Wenn eine Operation notwendig ist, können wir mit funktionserhaltenden und schonenden Methoden eine vollständige Tumorentfernung ermöglichen“, sagt Maas. Den Patienten komme die Erfahrung und das Wissen hochspezialisierter Ärzte zugute. Die Gründungsveranstaltung findet am 17. April in Bad Hersfeld statt, verbunden mit einer Ärzte-Fortbildung, bei der die Operationstechniken vorgestellt werden. (HZ,10.4.13)

pdf Artikel aus der HZ v. 10.04.2013

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