Kinderarzt auf Augenhöhe

Am 6. Mai 2011 verabschiedete das Klinikum Bad Hersfeld den bisherigen Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendmedizin Dr. med. Gedeon Diab. In mehr als 30 Jahren setzte er so manchen medizinischen Meilenstein.

Verabschiedung Dr. Diab (2. v. links) mit Nachfolger Dr. Shamdeen (1. v. links) und den Minidudensingers

Liebenswert, bescheiden, ruhig und geduldig im Umgang mit seinen großen und kleinen Patienten – und dies stets auf Augenhöhe. Diese Eigenschaften kennzeichnen den Mann, der nahezu 30 Jahre lang als Oberarzt und Chefarzt die Geschicke der Kinderklinik des Klinikums Bad Hersfeld lenkte und dabei Großes geleistet hat. Nun geht der 67-jährige Dr. Gedeon Diab, seit 1996 Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, in den Ruhestand. Bei seiner Verabschiedung wurde das Wirken des angesehenen Mediziners gewürdigt.
Rund 40.000 kleine Patienten seien in all den Jahrzehnten durch seine Hände gegangen, sagte Geschäftsführer Martin Ködding eingangs in seiner Ansprache. „Dr. Diab war eine gute Wahl für unser Haus und für die Kinder, die hier behandelt wurden.“ Er sei es gewesen, der den alljährlichen Kindertag im September am Krankenhaus einführte, der oft mit seinem Geburtstag zusammenfiel. 

Bereits 1976 hatte Diab für das Krankenhaus Bad Hersfeld gearbeitet. Zuvor war er über ein Medizin-Stipendium aus dem vom Bürgerkrieg gepeinigten Libanon nach Deutschland gekommen. Einige Jahre später startete er dann seine Karriere an der Bad Hersfelder Kinderklinik als Oberarzt. 1981 bis 1985 habe er dann in der Kinderklinik der Diakonissenanstalt in Speyer am Rhein gearbeitet, bis er dann ins damalige Kreiskrankenhaus Bad Hersfeld zurückgekehrt sei, so Ködding.

Engagiert für Risikogeburten, Kriegskinder und Klinikneubau

Wenn Diab seine kleinen Patienten ansprach, dann nie kumpelhaft und mit kindlich-verstellter Stimme. Sondern er ging einfühlsam auf die Kinder zu, sprach mit ihnen zuerst über dies und das, etwa die Schule oder wie alt sie seien. Dann erst fragte er, wo es ihnen weh tut. Aber auch auf anderen Ebenen konnte er wunderbar mit Menschen umgehen und Kontakte knüpfen. In all den Jahren pflegte Diab innerhalb des Hauses und auch mit den niedergelassenen Kinder- und Frauenärzten der Region engste Kontakte. Daneben setzte er am Klinikum Bad Hersfeld medizinische Meilensteine. So baute er beispielsweise mit der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe das Perinatalzentrum Level 2 auf, in dem Risikogeburten ab der 32. Schwangerschaftswoche fachübergreifend versorgt werden. Auf ihn geht der Förderverein MediKids zurück, der Kindern den Klinikaufenthalt erleichtern soll. So wurden Spielzimmer eingerichtet und die Krankenhauswände farbenfroh gestaltet. Durch das Engagement des Arztes werden verletzte Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten in Kooperation mit der Kinderhilfsorganisation Friedensdorf International im Klinikum vor allem in Zusammenarbeit mit der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie monatelang versorgt und liebevoll betreut. Dr. Diab war stets ein großer Netzwerker, der beispielsweise mit der Gruppe Behindertes Kind - Behinderte Familie“ zusammen arbeitete. Aber auch für den neuen Kinderklinikbau setzte sich Diab zukunftsweisend ein: Nach jahrelangen Bemühungen, an denen er maßgeblich beteiligt war, erhält nun die Kinderklinik im entstehenden Neubau eine neue funktionsgerechte Station. Im Sommer 2012 wird die neue Kinderstation im vierten Obergeschoss ihr neues Zuhause beziehen.

Neben dem Geschäftsführer des Klinikums bedankten sich auch Prof. Dr. Markus Horn, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Bad Hersfeld, sowie die Pflegedirektorin Karin Otto-Lange bei dem Kinderarzt für die langjährige hervorragende Zusammenarbeit. Die große Unterstützung ihres Gatten durch seine Ehefrau, Dr. Erika Köhalmi, wurde ebenfalls gewürdigt. Den Kindern und ihren Eltern, aber auch den Kollegen werde der engagierte Arzt fehlen, sagte Prof. Dr. Horn in seinem Schlusswort.

Unerfüllte Sehnsucht nach seiner Heimat

In früheren Jahren hatte Dr. Diab häufiger versucht, in sein Heimatland zurückzukehren. Aber die politischen Verhältnisse ließen es nicht zu. „Jedes Mal, wenn ich dachte, der Krieg sei vorbei, musste ich wieder umkehren“, sagt er rückblickend. Dr. Diab gibt guten Gewissens „seine“ Kinder sowie sein Ärzteteam in die Hände von Nachfolger Dr. Ghiath Shamdeen. Dieser ist seit dem 1. April 2011 in Dr. Diabs Fußstapfen getreten. Zuvor war er leitender Oberarzt an der Kinderklinik der Universität Homburg/Saar. Jetzt freut sich Dr. Diab, der Ehemann, Vater und Großvater ist, auf seinen wohlverdienten Ruhestand. Langweilig wird ihm nicht werden. Er plant erst einmal auf Reisen zu gehen.

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