HKZ wird Teil eines überregionalen klinischen Zentrums

Startschuss durch die Minister Gröhe und Grüttner auf dem Rotenburger Hausberg

Hoher politischer Besuch am Herz- Kreislaufzentrum Rotenburg
Das Herz-Kreislaufzentrum in Rotenburg wird gemeinsam mit den Universitätskliniken Gießen und Marburg (UKGM) sowie der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim Standort eines klinischen Zentrums für kardiopulmonale Medizin. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Hessens Sozialminister Stefan Grüttner haben am Dienstag die Rotenburger Spezialklinik besucht, um sich über ein bundesweit einmaliges Kooperationsprojekt zu informieren.

„Nach der Übernahme des HKZ im Frühjahr dieses Jahres gewinnt die Entwicklung des neuen medizinischen Konzeptes heute deutlich an Kontur“, freute sich Landrat Dr. Michael Koch, zudem Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Bad Hersfeld. „Insgesamt wollen wir nicht nur wirtschaftlicher arbeiten, die Maßnahmen werden auch zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum führen. Ich freue mich, dass der Kooperation nun nichts mehr im Wege steht.“

„Wenn es im Notfall schnell gehen muss, brauchen wir gut erreichbare Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung. Gleichzeitig gilt aber auch: Gerade bei sehr komplizierten planbaren Eingriffen bedarf es der Arbeitsteilung, also der Spezialisierung“, erklärte Gesundheitsminister Hermann Gröhe vor Ort: „Diese Arbeitsteilung ist das Ziel unserer Krankenhausreform. Die Zusammenarbeit in einem regionalen Verbund wie hier in Hessen hilft dabei, besondere Fähigkeiten und spezialisiertes Wissen besser untereinander auszutauschen. Das Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg geht einen neuen Weg, um den Patientinnen und Patienten eine ortsnahe und bedarfsgerechte Versorgung auch in Zukunft zu sichern.“

Starkes Interesse
Über 100 geladene Gäste, unter ihnen Spitzenvertreter aus Medizin und Verwaltung der kooperierenden Institutionen, Mitarbeitern des Klinikum Hersfeld-Rotenburg und Vertreter aus Politik und Wirtschaft, machten sich vor Ort ein Bild über den neuen Standort in Rotenburg. In seiner Begrüßung im Auditorium des Herzzentrums hob Geschäftsführer Martin Ködding die Bedeutung dieser Kooperation hervor: „Unser übergeordnetes Ziel ist eine Vernetzung dieser drei hessischen Spitzenzentren in der cardio-pulmonalen Medizin mit dem Ziel einer einheitlichen qualitativ hochwertigen Versorgung in der Fläche sowie einer verbesserten Anpassung an Innovation und Medizinfortschritt für unsere Patienten in Hessen und darüber hinaus.“

Gesundheitsminister Grüttner betonte: „Immer mehr Kliniken in Hessen denken um und das Bewusstsein, dass sie in Verbünden und Kooperationen stärker sind, setzt sich nach und nach durch. Ich bin sicher, dass dies die Zukunft ist: sich gemeinsam stark aufstellen. Von effizienteren Strukturen profitieren nicht nur die Krankenhäuser selbst, sondern auch die Patienten. Dass hier drei Kliniken - unabhängig von Trägerschaft und über Landkreisgrenzen hinaus -  ihre Angebote und Kompetenzen auf einander abstimmen, ist vorbildlich. So wird neben der Wettbewerbsfähigkeit der Kliniken auch die Qualität der Behandlungen steigen.“

Die Koordination der künftigen Rotenburger Schwerpunkte Kardiologie, Herzchirurgie, Pneumologie und Pneumo-Onkologie obliegt dem Gießener Universitätsprofessor Dr. Dr. Friedrich Grimminger. Als Sprecher des Leitungsgremiums des CPM stellte er den geladenen Gästen die geplanten Veränderungen im Leistungsprofil des Rotenburger Klinikums vor - ebenso wie die beteiligten Akteure. Die „Neuen“ sind allesamt international hochrenommierte Experten auf ihren Gebieten und werden in einem Chefarztteam jeweils ihre Schwerpunkte vertreten.

Alle Maßnahmen werden nach seinen Aussagen bis spätestens 1. Januar 2017 schrittweise umgesetzt. „Die Zukunft der Spitzenmedizin in Deutschland ist vernetzt, interdisziplinär und hochspezialisiert. Sie muss sich in ihrer Qualität messen lassen und wissenschaftlicher Innovation zugänglich sein. Nur so kann sie im internationalen Wettbewerb ihre Position behaupten, denn die Veränderungen gerade in der Kardiologie haben ein rasantes Tempo angenommen. In Rotenburg sind nunmehr die Weichen in diese Zukunft gestellt. Das ist gut für unsere Patienten und für die Region“, so Grimminger.

Kardiologie und Kardiochirurgie werden weiter ausgebaut
Das medizinische Konzept beinhaltet konkret, neben der schon im Oktober in Betrieb gegangenen Geriatrie, dem Ausbau der kardiologischen- und neurologischen Rehabilitation eine Schärfung des herzmedizinischen Profils. Hier wird aufgrund der rasanten Entwicklung in der Kardiologie der Fachbereich in vier Teilbereiche untergliedert, denen jeweils ein leitender Arzt vorsteht. Hierzu gehören die valvuläre und coronare Intervention- Prof. Dr. Holger Nef, der Fachbereich Herzinsuffizienz und coronare Intervention- PD. Dr. Dieter Fischer, die Rhythmologie - Dr. Stefan Steiner und die nichtinvasive Diagnostik - Dr. Reinhard Funck. Erweitert wird das Angebot durch die Einrichtung des internistischen Teilgebietes Angiologie. Hier laufen z.Zt. das Zulassungsverfahren und die Planungen innerhalb des Konzerns.  Die Kardiochirurgie liegt weiterhin in den bewährten Händen des renommierten Herzchirurgen Prof. Dr. Ardawan Rastan. Eine Ergänzung des kardiochirugischen Portfolios am Standort Rotenburg wird die enge Kooperation mit der Klinik für Gefäßchirurgie des Klinikums unter Leitung von Dr. Markus Schmidt darstellen.

Neues Angebot - Pneumologie
Die Neuerung heißt Lungenheilkunde am Herz-Kreislaufzentrum. Hier wird unter der Obhut von Prof. Dr. Ulrich Wagner ein neues medizinisches Angebot in Rotenburg etabliert. Gemeinsam mit dem Hersfelder Onkologen Prof. Dr. Jürgen Lohmeyer wird Prof. Dr. Wagner unter anderem ein Lungenkrebszentrum aufbauen. Weitere Schwerpunkte der allgemeinen Pneumologie werden die Bereiche Bronchoskopie und Langzeitbeatmung sein.

Zentrumsleitung
Zur standortübergreifenden Leitung des Zentrums wird am Herz- Kreislaufzentrum Rotenburg ein Gremium mit einem Wissenschaftlichen Koordinator - Prof. Dr. Christian Hamm und Medizinischen Koordinatoren geschaffen, das mit habilitierten Medizinern aus den Fachgebieten Herzchirurgie –Prof. Dr. Ardawan Rastan, Pneumologie - Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger (Sprecher) und Onkologie - Prof. Dr. Jürgen Lohmeyer besetzt ist.

Der Dekan der Gießener Universität, Prof. Dr. Weidner, bekräftigte diese Position in seinem Grußwort: "Das Universitätsklinikum Gießen-Marburg ist die drittgrößte Universitätsklinik in Deutschland und hat eine führende Position  im Bereich der Herz-Lungenmedizin in Europa. Das wird durch die Institution des Exzellenzclusters „Cardio-Pulmonales System“ (ECCPS), durch das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) und ebenso durch das Loewe Zentrum „University Giessen and Marburg Lung Center“ (UGMLC) an den Medizinischen Fachbereichen in Gießen und Marburg dokumentiert. Wir sind hoch erfreut, zusammen mit der Kerckhoff-Klinik und dem HKZ (CPM) die Bedingungen für die Medizinforschung in Deutschland weiter verbessern zu können und hoffen, gemeinsam noch schneller neue Therapieangebote für unserer Herz und Lungenpatienten entwickeln zu können."(WH)

Bericht aus der Hersfelder Zeitung vom 26.10.2016

Bericht in Osthessen-News vom 26.10.2016

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