Hitze ist kein Grund zur Sorge

Die Hitzewelle ist vorbei, nach den heißen Tagen ist Durchatmen angesagt. Zahlreiche Menschen empfinden die Abkühlung auch als Wohltat für schwere, müde Beine. Doch macht die Hitze der vergangenen Wochen unseren Venen wirklich so zu schaffen? „Nein“, sagt Dr. Markus Schmidt. Für gesunde Menschen besteht kein Grund zur Sorge. „Bei hohen Außentemperaturen versucht der Körper, die eigene überschüssige Wärme loszuwerden“, erklärt der Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Phlebologie.

„Besonders an den Armen und Beinen erweitern sich die Gefäße dann so, dass dort viel Blut hinkommt und Wärme abgegeben wird.“ Das gegenteilige Prinzip findet im Winter statt: Bei Kälte verengen sich die Gefäße, um vor unnötigem Wärmeverlust zu schützen. Problematisch ist all dies für den menschlichen Körper grundsätzlich nicht – vielmehr ein ganz natürlicher Regulationsmechanismus. Angst vor einer Thrombose aufgrund von Sonnenschein und Wärme braucht aus medizinischer Sicht daher niemand zu haben.

„Für die Umgebungstemperatur ergeben sich keine statistischen Häufigkeiten, Thrombosen können zu jeder Jahreszeit auftreten“, sagt Schmidt. Die Bildung eines Blutgerinnsels im Gefäß wird eher durch andere Faktoren begünstigt. Eine Rolle spielen beispielsweise ein Unfall, eine orthopädische Operation, das Rauchen, die Einnahme der Anti-Baby-Pille oder eine Reise mit längerem Stillsitzen. Auch die erbliche Veranlagung ist von Bedeutung. Auch erbliche Faktoren Für das Auftreten einer chronischen Venenschwäche, die sowohl mit als auch ohne sichtbare Krampfadern vorliegen kann, spielt Wärme an sich ebenfalls keine Rolle. Ein solches Leiden sei eine Strukturschwäche in der Gefäßwand der Beinvenen, der ebenfalls erbliche Faktoren zugrunde liegen, erklärt Schmidt. Bei Frauen könnten darüber hinaus die Hormone während der Schwangerschaft einen Einfluss haben. Das Auftreten eines solchen Leidens kann daher jeden Menschen treffen –unabhängig von Geschlecht, Alter, Gewicht oder Aktivität.

Grundsätzlich lassen sich beanspruchte Venen durch das Befolgen einiger Tipps entlasten. „L“, wie laufen und liegen sei gut, „S“ wie stehen und sitzen eher weniger, sagt Schmidt. Beim Laufen seien allerdings flache Schuhe wichtig, da nur sie jene Abrollbewegung im Sprunggelenk ermöglichen, die viel zur venösen Dränage des Beines beiträgt. Bei Venen-Patienten lässt sich der Blutstrom aus den Venen zum Herzen zudem mit Kompressionsstrümpfen unterstützen, bei milderer Ausprägung von Stauungsbeschwerden sorgen oft schon elastische Stützstrümpfe für Linderung von Beschwerden. Auch pflanzliche Präparate mit Wirkstoffen wie zum Beispiel Rosskastaniensamenextrakt oder Rotes Weinlaubextrakt können helfen, sofern sie als Tabletten verabreicht werden. Dies gilt allerdings nur bei diagnostiziertem Leiden – bei gesunden Menschen zeigt sich keine Wirkung.

Ob eine Erkrankung der Venen vorliegt oder nicht, lässt sich beim Arzt für Gefäßerkrankungen, dem Phlebologen durch spezielle Messungen klären. Phlebologen wie Schmidt befassen sich mit Venenerkrankungen wie Venenentzündungen, Krampfadern und Hämorrhoiden. Erfahrungsgemäß, berichtet Schmidt, würden allerdings nicht alle Schwellungen in den Beinen durch die Gefäße hervorgerufen. Auch Erkrankungen und Funktionseinschränkungen des Lymphgefäßsystems oder eine Herzschwäche können für eine Schwellneigung sorgen. Bei der Untersuchung geschwollener Beine gilt es also auch dies zu beachten.

Hintergrund

Beschwerden, wenn das Venensystem beeinträchtigt ist
Das weit verzweigte System von Blutgefäßen, über das Blut durch unseren Körper transportiert, wird unterschieden in Arterien und Venen. Durch die Arterien pumpt das Herz das Blut in die Organe an jede Stelle des Körpers und versorgt die Zellen mit Sauerstoff. Durch die Venen wird das sauerstoffarme Blut aus dem Körper zurück zum Herzen transportiert. Ist das Venensystem beeinträchtigt, funktioniert das Zusammenspiel im Bluttransport nicht mehr optimal und es kann zu Beschwerden wie geschwollenen Beinen, Krampfadern oder Thrombosen kommen. Krampfadern sind erweiterte Venen. Meist treten sie an den Beinen als geschlängelte, manchmal Knoten bildende Wülste an der Hautoberfläche hervor, allerdings können sie auch im tiefen Venensystem sitzen und von außen gar nicht sichtbar sein. Eine Thrombose ist ein Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel, das am häufigsten in den Beinvenen entsteht. (Foto,Text:kma)

Zur Person

DR. MARKUS SCHMIDT (56) ist in Kassel aufgewachsen und hat in Göttingen und Hamburg studiert. Sein praktisches Jahr absolvierte er in Bochum. Berufliche Stationen waren Dortmund, Hanau, Ludwigsburg und Kassel. Seit Dezember 2005 ist Schmidt am Klinikum Bad Hersfeld tätig und dort Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie. (Foto,Text:kma)

Hier finden Sie den Artikel aus der Hersfelder-Zeitung vom 29.08.2018

Notfall und Akutversorgung

 Notfall- und Akutversorgung

Notfallversorgung

 Fragebogen Besucher, Fremdfirmen, Patienten (ambulant) "Corona"

Sofortige Aussetzung aller nicht dringend medizinisch notwendigen Behandlungen

Update Lage 20.03.2020 16:00 Uhr

Klinikum Bad Hersfeld
Die Psychiatrische Institutsambulanz ist in der ehemaligen Psy. Tagesklinik in Betrieb gegangen. Zugang und Zufahrt ist ausschließlich über die Straße am Wendeberg (Einfahrt über dem KfH Dialysegebäude) möglich. Es werden KEINE Patienten durch die Klinik geleitet
Lieferanten, Techniker und Vertreter werden an den Eingängen wie Besucher behandelt. Sie füllen den Fragebogen aus und die Zielstelle (Abteilung, Klinik, etc.) wird angerufen, ob Zutritt gewährt wird. Bei einem JA auf dem Fragebogen kann KEIN Zutritt gewährt werden

HKZ Rotenburg
- Gesonderte Anfahrt der Rettungsdienste für Covid-19  Patienten oder Verdachtsfälle
(Liegendeinfahrt des Kardiologischen Fachkrankenhauses)
- Zur Beschränkung des Besuchsverkehrs werden Besucherkontrollen vorbereitet

Klinik am Hainberg
Einführung einer restriktiven Besucherregelung für die KAH
- externe Besucher haben keinen Zutritt und werden über Aufsteller und Informationstafeln aufmerksam    gemacht.
- Kurier- und Postdienste müssen klingeln und Übergabe erfolgt im „Windfang“ der Haupteingangstür
- keine externe Beurlaubung für die Rehabilitand*innen, z. B zur Belastungserprobung.

Orthopädie
Das MVZ an der Orthopädie stellt seinen Betrieb ein. Patienten werden entweder im Klinikum oder im MVZ Bebra behandelt.
Am Mittwoch, 25.03. werden die bis dahin nicht entlassenen Patienten ins Klinikum verlegt. Die Klinik wird dann bis Freitag, den 27.03. für eine spätere Wiederinbetriebnahme bereit gemacht.