Gemeinsam aktiv werden

Multimodale Schmerztherapie am Klinikum soll chronisch Betroffenen helfen

Wer unter chronischen Schmerzen leidet, hat häufig schon eine lange Leidensgeschichte mit zahlreichen Besuchen bei Ärzten und Therapeuten hinter sich.
Am Klinikum Bad Hersfeld soll diesen Patienten nun mit einem interdisziplinären und individuell abgestimmten Konzept geholfen werden: Anfang Mai wurde eine neue Station für multimodale Schmerztherapie als Teil der Klinik für Anästhesiologiee eröffnet.

Multimodale Schmerztherapie – was ist das eigentlich?

Bei der stationären multimodalen Schmerztherapie handelt es sich um einen noch recht neuen, ganzheitlichen und interdisziplinären Ansatz in der Schmerzmedizin. Experten aus verschiedenen Fachrichtungen – neben Ärzten für Schmerztherapie zum Beispiel Psychologen, Physiotherapeuten und Psychiater – erarbeiten gemeinsam ein auf den Patienten abgestimmtes therapeutisches Konzept.

Dabei geht es auch darum, dem Patienten zu zeigen, wie er selbst aktiv gegen den Schmerz werden kann und wie ein selbstbestimmtes Leben möglich ist. Neben klassischer Physiotherapie sind auch alternative Behandlungsmethoden, wie der Einsatz von Düften, kein Tabu.

Für wen ist die multimodale Schmerztherapie geeignet?

Die Therapie ist für alle von chronischen Schmerzen Betroffenen geeignet. Sowohl Kopfschmerzpatienten als auch Patienten mit Schmerzen des Bewegungsapparates soll der interdisziplinäre Ansatz helfen, aber auch bei rheumatischen Beschwerden, Stumpf- oder Phantomschmerzen sowie Tumorschmerzen oder Nervenschmerzen wird die Therapie angewandt. Das Alter der Patienten spielt keine Rolle, sie müssen jedoch noch selbständig sein.

Welche Vorteile hat sie für den Patienten?

Das Zusammenspiel von spezialisierten Therapeuten hat den Schmerz, aber auch die Ursachen im Blick. „Wir behandeln Körper und Seele“, erklärt Oberärztin Dr. med. Erika Köhalmi. In zwei Wochen schaffe man es nicht, den Patienten komplett von seinen Schmerzen zu heilen, allerdings würden die Schmerzen gelindert und der Patient geschult, um wieder aktiv am Alltags- und Berufsleben teilhaben zu können. „Wir wollen den Betroffenen ein Stück Lebensqualität und Lebensfreude zurückgeben“, sagt Chefarzt Dr. med. Martin Grapengeter, „ohne sie mit Schmerzmitteln vollzupumpen.“

Wie sieht eine solche Therapie in der Praxis aus?

Die multimodale Schmerztherapie erfolgt stationär über einen Zeitraum von fast zwei Wochen. Bei der Aufnahme wird der Patient von den Experten aller Therapiebereiche untersucht. Anschließend besprechen diese ihre Ergebnisse und erstellen gemeinsam einen Behandlungsplan. Wöchentlich kommt das Fachpersonal zu einer erneuten Team-Besprechung zusammen. Die Therapieziele werden auch während der täglichen Visite überprüft. Der individuell auf den Patienten abgestimmte Behandlungsplan enthält neben Bewegungstherapien oder Koordinationstraining zum Beispiel psychologische Einzelgespräche, Bewegungsbäder und Vorträge etwa zu Möglichkeiten der Schmerzbewältigung.

Die Atmosphäre auf der Station soll sich von der üblichen Krankenhausatmosphäre unterscheiden. Gegessen wird gemeinsam im Aufenthaltsraum, jeder Patient kann sich während seines Aufenthaltes selbständig u.a. mit Wärmekissen, Kältekompressen oder Düften versorgen.

Wieviele Patienten können aufgenommen werden?

In der neuen Station stehen derzeit acht Betten zur Verfügung, um die Patienten kümmert sich ein Team von fast 20 Experten.

Zahlt die Krankenkasse für die multimodale Schmerztherapie?

Ja. Voraussetzung für die Behandlung sind neben chronischen Schmerzen seit mindestens sechs Monaten allerdings drei der folgenden Kriterien: (drohende) Beeinträchtigung der Lebensqualität bzw. Arbeitsfähigkeit, fehlgeschlagene bisherige Therapien oder Operationen, Medikamentenabhängigkeit bzw.- fehlgebrauch, schmerzunterhaltende psychische Begleiterkrankung oder , gravierende somatische Begleiterkankung(en). Patienten brauchen zudem eine Überweisung vom Schmerztherapeuten.

Wie geht es danach weiter?

Nach der Therapie müssen die Patienten selbst weiter aktiv bleiben und dürfen nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Das Klinikum wird sich auch nach dem stationären Aufenthalt bei Bedarf weiter um die Patienten kümmern.

Bildunterzeile: In angenehmer Atmosphäre aktiv werden: Auf einer eigenen, neuen Station soll die multimodale Schmerztherapie am Klinikum Bad Hersfeld Patienten mit chronischen Schmerzen helfen. Dabei werden diese unter anderem von Chefarzt Dr. med. Martin Grapengeter, Oberärztin Dr. med. Erika Köhalmi und „Pain Nurse“ Andreas Pfeiffer (von links) betreut. Quelle: HZ/Maaz 

Kontakt und Informationen

Klinikum Bad Hersfeld GmbH
Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und spezielle Schmerztherapie
Tel. 06621/882002
elke.walkerling@klinikum-hef.de

Multimodale Schmerztherapie
Dr. med. Erika Köhalmi
Tel. 06621/88922509
erika.koehalmi@klinikum-hef.de

pdf Artikel aus der HZ v. 25.06.2014

Ansprechpartner

Martin Grapengeter

Dr. med. Martin Grapengeter
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Fax 06621 / 88 2001

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Chefarzt
Anästhesie


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