Für Kreis und Patienten

Reaktionen auf das Übernahmeangebot des Klinikums an das Rotenburger HKZ

Das Angebot des Klinikums Bad Hersfeld, das Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg (HKZ) zu kaufen, hat viele überrascht. Wir haben einige Beteiligte, aber auch Betroffene um Stellungnahmen gebeten:

Esther Walter, Sprecherin des Hessischen Sozialministeriums:
Grundsätzlich unterstützt die Landesregierung die Bildung von regionalen Krankenhausverbünden, gleich welcher Trägerschaft. In Verbünden ist die über die Grundversorgung hinausgehende medizinische Schwerpunktbildung viel leichter zu bewerkstelligen.
Die Verlagerung von Fördermitteln auf förderfähige Baumaßnahmen am HKZ wäre möglich, wenn das HKZ tatsächlich vom Klinikum Bad Hersfeld übernommen wird. Das HKZ hat auch in der Vergangenheit Einzelfördermittel vom Land bekommen, etwa 2009 für die Einrichtung eines Hybrid-OPs. Die Bettenhaussanierung am Klinikum müsste dann später aus Pauschalfördermitteln finanziert werden.

Manfred Fehr, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion:
Wir haben uns von der Überlegung leiten lassen, was auf Dauer das Beste für den Kreis ist. Mitdem Kauf des HKZ durch das Klinikum sehen wir die Möglichkeit, längerfristig im gesamten Kreis eine gute Gesundheitsversorgung
sicherzustellen und auch die Arbeitsplätze sowohl im HKZ als auch im Klinikum zu sichern.

Herbert Höttl, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion:
Das ist für alle Beteiligten, insbesondere die Mitarbeiter des HKZ die sicherste Lösung für die Zukunft. Ein entstehender Wettbewerb mit einem privaten Investor hätte mittelfristig auch negative Auswirkungen auf den Betrieb am Klinikum. Das Risiko für den Kreis als Träger ist deshalb so am geringsten. Das Volumen des Angebots ist groß, aber mit der Hilfe des Landes ist es kein Fass ohne Boden. Grundsätzlich bin ich nämlich nicht dafür, dass die öffentliche Hand privaten Investoren Konkurrenz macht. Aber hier ist es eine Ausnahme, weil ich die Gefahren für den gesamten Gesundheitsstandort Hersfeld-Rotenburg sehe. Deshalb hoffen wir, dass sich die Diakonie entschließen wird, noch dazu zu stoßen, um ein Klinikum Hersfeld-Rotenburg zu bilden.

Jörg Althoff, Vorsitzender der Grünen im Kreistag:
Wirwollen, dass die Krankenhauslandschaft im Kreis und die Arbeitsplätze erhalten bleiben und stehen deshalb hinter dem Angebot. So können wir eine Insolvenz des HKZ vermeiden. Das Problem ist, dass es schon jetzt zu viele Krankenhausbetten im Kreis gibt. Deshalb wollen wir keine Konkurrenzsituation, in der sich die Krankenhäuser gegenseitig ausschalten und dann die gesamte Gesundheitsversorgung leidet. Deshalb haben wir auch ein großes Interesse daran, mit dem Kreiskrankenhaus eine gemeinsame kommunale Kreislösung zu schaffen.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (CDU):
Ich freue mich über den Mut, den die Verantwortlichen im Kreis und im Klinikum mit diesem Angebot an den Tag legen. Wenn das so zum Tragen kommt, dann ist das ein großer Wurf für die nachhaltige Sicherung der Gesundheitsversorgung im gesamten Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Ich hoffe, dass dieses deutliche Signal einer klaren Perspektive auch dazu beiträgt, die große Verunsicherung der Mitarbeiter an den Klinikstandorten zu beruhigen.

Oskar Maus, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender HZK:
Insgesamt stellt dieses erneute Angebot des Klinikums beziehungsweise des Kreises klar, wie begehrenswert das HKZ doch ist. Wir bewerten die Offerte des Klinikums jedoch als eine Entscheidung, um eine drohende Konkurrenz durch einen großen privaten Klinikbetreiber im Landkreis zu verhindern. Das erneute Angebot durch das Klinikum bewirkt aber bei den Mitarbeitern keine Minderung der eingetretenen Ungewissheit und Unzufriedenheit in Bezug auf die Situation der Veräußerung. Durch diese insgesamt angespannte Situation kommt es schon teilweise zur Fluktuation des Personals, was verständlich ist. Als Betriebsrat sehen wir einen Erhalt des Standortes sowie die Arbeitsplatzzusicherung am Hausberg als zwingende Pflicht aller Verantwortlichen.

Jan Dreher, Vorstand des Diakonievereins Zehlendorf, Träger des Kreiskrankenhauses Rotenburg:
Wir sind überrascht von dieser Entwicklung, da wir ja gemeinsam mit dem Klinikum bereits ein Angebot zur Übernahme des HKZ abgegeben hatten. Das war abgelehnt worden. Es ist zu begrüßen, dass der medizinische Standort Rotenburg gesichert werden soll. Wir stehen auch weiterhin für Gespräche zu Verfügung.

Marco Busch, Betriebsratsvorsitzender Klinikum Bad Hersfeld:
Der Betriebsrat des Klinikums Bad Hersfeld begrüßt das von Landrat Dr. Michael Koch vorgestellte Konzept. Hier wird eine Lösung für eine gute wohnortnahe Gesundheitsversorgung aller Bürgerinnen und Bürger vorgesehen. Jeder Cent, der zum Erhalt der Arbeitsplätze unserer Kolleginnen und Kollegen in unserem Landkreis Hersfeld-Rotenburg eingesetzt wird, ist es wert! (mcj/kai/sis)

pdf Artikel aus der Hersfelder Zeitung vom 06.11.2015

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