Depression entwickelt sich zur Volkskrankheit

„Nahezu jeder fünfte Patient beim Hausarzt leidet an einer Depression“, so die alarmierende Feststellung von Chefarzt Prof. Dr. Gerald Schiller beim zweiten Angehörigen- und Patiententag der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Bad Hersfeld. Dabei können die Ursachen und Symptome dieser Krankheit sehr vielfältig sein. Mittlerweile steht eine Vielzahl erfolgversprechender Therapieoptionen der Depression zur Verfügung.

Mit Vorträgen von kompetenten Referenten rund um das Thema Depression wurden die Zuhörer über die Ursachen, die Therapiemöglichkeiten und die Angehörigenarbeit in der Psychiatrie informiert.
Über die Ursachen, Beschwerden und die Behandlung referierte Oberarzt Manouchehr Kamardi. Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Über fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von einer Depression betroffen. Der Erkrankungsbeginn bei der Hälfte aller Patienten liegt vor dem 31. Lebensjahr und das Risiko ist bei Frauen doppelt so hoch, auch das Rückfallrisiko. Es wurde auf einige prominente Sportler hingewiesen, unter anderem an den Fußballer Robert Enke, der Selbstmord beging, weil er dem Leistungsdruck nicht mehr gewachsen war. Oberarzt Kamardi ging in seinem Referat noch auf die Symptome, die Diagnosestellung, die Formen und Sonderformen der Depression, die Schweregrade, den Verlauf, die Ursachen und die Therapiemethoden (incl. medikamentöse Behandlung) ein.

Über die Psychotherapie bei Depressionen informierte Dr. Falko Seegel und Marcel Neumann referierte über Kunst und Depression. Christine Hadasch sprach zum Thema Bewegungstherapie mit depressiven Patienten und beschrieb unter anderem das bewegungstherapeutische Programm der Tagesklinik am Klinikum Bad Hersfeld, in dem die sportliche Betätigung eine große Rolle spielt.

Über die Angehörigenarbeit in der Psychiatrie klärte Anja Heesch die Zuhörer auf und machte deutlich, dass dies ein wichtiges Thema bei der Behandlung des Patienten sei. Fachkrankenpfleger für Psychiatrie Markus Klemm gab wichtige Informationen über den depressiven Patienten aus pflegerischer Sicht und das räumliche und zeitliche Stationsmilieu, die pflegerisch-psychiatrischen Gruppen und die Einzelarbeit im Rahmen der Bezugspflege. Die Aufgabe der psychiatrischen Krankenpflege sei es, den Patienten so zu unterstützen, dass er die Aktivitäten des täglichen Lebens selbstständig ausführen könne.

Zum Abschluss der Vorträge standen die Referenten noch für Fragen der Zuhörer zur Verfügung, die davon auch reichlich Gebrauch machten.

Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Bad Hersfeld hat auch einen gemeinnützigen und eingetragenen Förderverein ins Leben gerufen, der Patienten in Notlagen Hilfe leistet, für die keine gesetzliche Unterstützung vorgesehen ist. Über die Arbeit und alle weiteren Aktivitäten des Vereins, in dem jeder Mitglied werden kann, gibt es Informationen im Internet unter: www.foerderverein-hef.de (Text, Fotos: GM)

Artikel aus der HZ v. 06.03.2013

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Gerald Schiller

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