Anspruchsvolle Ausbildung

Verbände wechseln, Spritzen geben, beim Zähneputzen helfen:
Die 20 Jahre alte Alina Rau hat keine Berührungsängste, auch die Körperwäsche bei fremden, kranken Menschen macht ihr nichts aus. Am Institut für Gesundheitsberufe am Klinikum in Bad Hersfeld absolviert sie die Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Sie befindet sich zurzeit im zweiten von drei Lehrjahren. Vor-Erfahrungen in dem Bereich, beispielsweise durch ein Praktikum, hatte die junge Frau nicht. Allerdings hat sie in der Verwandtschaft gleich zwei „Vorbilder“: Ihr Onkel ist Anästhesieassistent, ihre Cousine Krankenpflegerin. Ermutigt hätten sie diese jedoch nicht, eher im Gegenteil, verrät die junge Frau lachend. „Aber ich wollte meine eigenen Erfahrungen machen und etwas, das Theorie und Praxis verbindet, anstatt sofort stur mit einem Studium zu beginnen.“

Im Anschluss an die Pflegeschule und nach ein paar Jahren im Beruf könne sie sich dann aber auch vorstellen, noch Medizin zu studieren oder in den Bereich Pflegepädagogik zu gehen. Nach dem Grundlagenkurs und dem Üben an Puppen oder Mitschülern im Pflegelabor standen in der Praxis von Anfang an Früh- und Spätdienste auf dem Plan, auch am Wochenende muss die Pflegeschülerin regelmäßig arbeiten. Im April steht der erste Nachtdienst an. Hemmungen, das erste Mal „echte“ Patienten zu versorgen, habe sie nicht gehabt, sagt Rau. Die meisten Patienten seien sehr offen im Umgang mit den Noch-Lernenden, berichtet die Schülerin etwa von der ersten Spritze. Rau kommt aus Bad Salzungen, wo  sie das Gymnasium besucht hat, hat inzwischen aber eine Unterkunft im ehemaligen Schwesternwohnheim. Auf die Schule in Bad Hersfeld war ihre Wahl gefallen, weil sie sich besonders für die Pädiatrie (Kinderheilkunde) interessierte, diese Spezialisierung aber nicht überall möglich sei. Mit Abitur ist sie unter den angehenden Gesundheits- und Krankenpflegern eher die Ausnahme, dabei sei die Ausbildung durchaus anspruchsvoll. „Man muss kontinuierlich dranbleiben“, sagt Rau mit Blick auf den Lernstoff. Von anfangs 60 Schülern seien inzwischen nur noch 30 dabei, wobei einige noch mal gewechselt, manche aber eben auch die Probezeitprüfung nicht bestanden hätten.

Während der Ausbildung ist die Pflegeschülerin auf verschiedenen Stationen eingesetzt, aktuell ist sie im Klinikum auf der Kardiologie. „Außeneinsätze“ hat Rau in der Orthopädie und am HKZ, auch in der August-Wilhelm-Mende-Schule in Bebra war sie schon. Die Spezialisierung auf Kinder findet indes erst im dritten Lehrjahr statt. Der oft zitierte Personalmangel sei durchaus zu spüren, berichtet Rau. Aber: „Mit dem Stress muss und kann man umgehen.“ An manchen Abenden täten die Füße eben mehr weh als an anderen. Auch dass es gerade in schwierigen Situationen oder in der Notaufnahme mal etwas lauter zugehen kann, hat die 20-Jährige erfahren. „Ich weiß aber nun, dass ich so etwas nicht persönlich nehmen muss.“ Ihr Onkel habe ihr geraten, eine harte Schale zu entwickeln. Und: „Man wächst mit seinen Aufgaben.“ So sei sie eigentlich eher ein schüchterner Mensch, im Krankenhaus sei die Interaktion mit den Patienten aber natürlich von großer Bedeutung. „Kommunikation ist in dem Beruf ganz wichtig!“

Bereut habe sie ihre Entscheidung bisher jedenfalls noch nicht. Ein Erfolg sei es, wenn die Patienten sich wohlfühlen oder sich sogar bedanken. Zufrieden ist die 20-Jährige auch mit ihrem Gehalt: „Da kann ich mich nicht beschweren.“ Abschalten und entspannen kann Rau beim Spazierengehen oder bei Treffen mit Freunden. Immer gelinge es jedoch nicht, die Arbeit nach Feierabend hinter sich zu lassen.

STICHWORT
Krankenpfleger/in Gesundheits- und Krankenpfleger/ innen betreuen und versorgen kranke und  pflegebedürftige Menschen, sie führen ärztlich veranlasste Maßnahmen durch, assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen und dokumentieren Patientendaten. Die bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung erfolgt an Berufsfachschulen für Krankenpflege. Beschäftigt sind Gesundheits- und Krankenpfleger/innen in erster Linie in Krankenhäusern, aber auch in Facharztpraxen oder Gesundheitszentren, in Altenwohn- und -pflegeheimen, in Einrichtungen der Kurzzeitpflege, bei ambulanten Pflegediensten oder in Wohnheimen für Menschen mit Behinderung.
QUELLE: ARBEITSAGENTUR
 

Hintergrund

Institut für Gesundheitsberufe – Ausbildung in Theorie und Praxis
Das Institut für Gesundheitsberufe (IfG) ist eine Bildungseinrichtung des Klinikums Bad Hersfeld. Es liegt unmittelbar auf dem Klinikgelände und umfasst die Ausbildung sowie die Fort- und Weiterbildung in folgenden Bereichen:

  • Gesundheits- und Krankenpflege,
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpflege,
  • Krankenpflegehilfe,
  • Diätetik,
  • Diätassistenz,
  • Weiterbildung Intensivpflege und Anästhesie und
  • Weiterbildung zum Praxisanleiter.

Die Schule verfügt über 108 Ausbildungsplätze – 96 in der Gesundheits-und Krankenpflege, zwölf in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.

Die Grundlage bildet das Krankenpflegegesetz, das fachliche, persönliche, soziale und methodische Kompetenzen zur verantwortlichen Mitwirkung insbesondere bei der Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten als Ausbildungsziel formuliert. Der theoretische Unterricht (2100 Stunden) ist die Basis für die praktische Ausbildung (2500 Stunden). Die Ausbildung dauert drei Jahre, sie schließt mit der staatlichen Prüfung ab, die aus je einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil besteht. Die ersten sechs  Monate gelten als Probezeit.

Zugangsvoraussetzungen sind neben der gesundheitlichen Eignung ein mittlerer Bildungsabschluss, ein qualifizierter Hauptschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung (mindestens zweijährig) bzw. einer abgeschlossenen Ausbildung in der Kranken- oder Altenpflegehilfe (mindestens einjährig) oder ein höherwertiger Abschluss.
www.ifg-bad-hersfeld.de

Hier finden Sie den Bericht aus der Hersfelder-Zeitung vom 04.03.2019

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