Ambulantes Röntgen wird nur wenig genutzt

Neues Angebot am Klinikum Bad Hersfeld offenbar kaum bekannt

Seit Anfang des Jahres können am Klinikum Bad Hersfeld gesetzlich versicherte Patienten auch wieder ambulant geröntgt werden. Zuvor waren ambulante Röntgenuntersuchungen nur in Rotenburg in der Gemeinschaftspraxis für Radiologie der Ärzte Drs. Flicker, Reh, Szabo und Hossfeld möglich.

Dank einer entsprechenden Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) für Dr. Sabiene Hossfeld können die Rotenburger Radiologen ihre ambulanten Dienste Kassenpatienten jetzt auch im Klinikum Bad Hersfeld anbieten. Aber das neue Angebot wird bislang nur wenig nachgefragt.

Nur 15 bis 20 Patienten werden an den beiden ambulanten Behandlungstagen im Klinikum untersucht. „Das ist zu wenig“, sagt Dr. Johannes Flicker. Zum Vergleich: In seiner Rotenburger Praxis untersucht er bis zu 120 Patienten täglich. Kurios ist, dass viele dieser Patienten aus dem Altkreis Hersfeld kommen. Dabei waren alle 90 niedergelassenen Ärzte des Kreises schriftlich informiert worden.

„Offenbar ist das neue Angebot noch zu wenig bekannt“, vermutet der Chefarzt der Radiologie im Klinikum, Dr. Peter Schmidt. Die Ärzte hoffen nun, dass das ambulante Angebot des Klinikums mit der Zeit bekannter und besser  angenommen wird.

Zuvor hatten Dr. Flicker und seiner Gemeinschaftspraxis lange Zeit mit dem Klinikum über Kreuz gelegen. Erst durch die Berufung von Dr. Schmidt zum Chefarzt konnten die atmosphärischen Störungen beigelegt werden. „Die neue Kooperation funktioniert nur, weil wir beide uns gut verstehen“, sagt Flicker. „Vor drei Jahren hätte ich das noch  nicht für möglich gehalten.“

Inzwischen planen die Radiologen sogar eine Ausweitung ihres Angebots und eine engere „Verzahnung“ ihrer Arbeit. Zudem sollen ab September amulante Untersuchungen auch noch an zwei weiteren Wochentagen  angeboten werden.

In der radiologischen Medizin kommen modernste High-Tech-Geräte zum Einsatz

Hinter der roten Linie wird es gefährlich. Der Magnetresonanz-Tomograph (MRT) entwickelt eine ganz eigene  Anziehungskraft. Schlüssel oder Kugelschreiber können in seinem Magnetfeld zu gefährlichen Geschossen werden, Uhren und Digitalkameras ihre Funktion verlieren. Also Vorsicht beim Fototermin im Klinikum!

Dafür erlaubt das MRT Einblicke in den menschlichen Körper, die viele herkömmliche Untersuchungen überflüssig machen. Hier trifft Medizin auf High-Tech. Die Radiologen, die diese Supermaschinen bedienen und aus ihren Bildern Krankheiten ablesen können, sind gefragte Spezialisten. Deshalb ist der Aufbau eines ambulanten  Röntgenangebots am Klinikum Bad Hersfeld eine besondere Herausforderung.

„Es ist schwer Personal zu finden, trotzdem planen wird einen zusätzlichen Spätdienst, um so Ersatzkapazitäten zu  schaffen“, erläutert Chefarzt Dr. Peter Schmidt. Inzwischen ist dank der guten persönlichen Kontakte zwischen ihm und seinem Rotenburger Kollegen Dr. Johannes Flicker ein ganz neues diagnostisches Netzwerk zwischen dem  Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ), dem Kreiskrankenhaus Rotenburg und dem Klinikum Bad Hersfeld entstanden.

Die EDV ist komplett vernetzt. Dabei werden natürlich die strengen Vorgaben zum Schutz der Patientendaten berücksichtigt. „Die Befundung der Bilder ist jederzeit an allen Standorten möglich“, erklärt Dr. Flicker. Er selbst  kann sich sogar daheim in seinem Arbeitszimmer in die Datenbank einloggen, um bei Notfällen auch nachts in  Minutenschnelle Diagnosen zu stellen. „Ich habe mir endlich meinen Traum verwirklicht“, freut sich Dr. Flicker.

Allerdings ist die neue Technik teuer – sehr teuer. Die Kassenärztliche Vereinigung zahle aber nur einen  Pauschalbetrag, der längst nicht für alle Patienten ausreiche, sagt Dr. Flicker. Die Quartalspauschale pro Patient  liege bei 58.50 Euro, eine kostendeckende Kernspin-Untersuchung koste aber rund 150 Euro. Defacto legen die  Ärzte also drauf und versuchen deshalb, die MRTUntersuchungen so gering wie möglich zu halten. Deshalb gibt es auch Wartezeiten von bis zu sieben Wochen. Dr. Flicker betreibt mit seinen 37 Mitarbeitern, davon sechs Fachärzte, die größte radiologische Praxis in ganz Nordhessen.

Dennoch sei der Kostendruck wegen der gedeckelten Pauschalsätze enorm. Auch das ambulante Zusatzangebot in  Bad Hersfeld werde laut Dr. Flicker „auf Dauer defizitär bleiben“, selbst wenn künftig mehr als die bisher 15 bis 20  Patienten pro Tag kommen. Dennoch wollen Dr. Flicker und Dr. Schmidt ihr Angebot in Bad Hersfeld aufrecht  erhalten und sogar noch ausweiten. Davon profitieren vor allem die Patienten. Allerdings gibt es auch  Überlegungen, bei der Ausbildung von Assistenzärzten zusammenzuarbeiten, um diese in der Region zu halten. Kein Wunder, dass die beiden Radiologen darauf hoffen, dass die High-Tech-Geräte mit ihrem starken Magnetfeld nun  auch viele ambulante Patienten ins Klinikum ziehen.

(Foto u.Text: Kai Struthoff)

pdf Zeitungsartikel aus der HZ v. 07.05.2013

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