Aufsichtsrat des Klinikums gibt Empfehlung

Hersfeld-Rotenburg, 31. August 2020 – Der Aufsichtsrat der Klinikum Bad Hersfeld GmbH hat der Gesellschafterversammlung empfohlen, die Umsetzung des Curacon-Maßnahmenplans zur Umstrukturierung des Konzerns zu verabschieden. „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich die wirtschaftliche Situation des Klinikums Bad Hersfeld sowie des HKZ in den nächsten Jahren weiter und zwar dramatisch verschlechtern wird, wenn wir keine strukturellen Anpassungsmaßnahmen treffen. Für uns stehen daher der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze, das gute medizinische Angebot für die Bevölkerung und die Existenzsicherung des Klinikums in kommunaler Trägerschaft im Vordergrund“, so der Aufsichtsrat.

Die beauftragte, auf Gesundheitsthemen spezialisierte Prüfungsgesellschaft Curacon hat in einem umfassenden Gutachten die Bündelung aller akutmedizinischen Abteilungen des Unternehmens an einem Standort dringend empfohlen. In ihrer mehrstündigen Sitzung am Montagnachmittag nahmen die Mitglieder des Aufsichtsrats die Gelegenheit wahr, mit Vertretern des Unternehmens alle Aspekte des Gutachtens gründlich zu beraten.

Die zielführende und vom Wissen um die hohe Verantwortung geprägte Diskussion fasst der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Michael Koch zusammen: „Unser wichtigstes Anliegen ist, auf Kreisebene so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten. Das steht an oberster Stelle. Wir müssen deshalb eine Lösung für die gesamte Region finden. Der Weg aus der derzeitigen Lage des Klinikums gelingt uns nur mit tiefgreifenden Einschnitten, ein ‚Weiter so‘ oder Kurieren an Symptomen sind ausgeschlossen.“ Ohne Veränderung stünde eine große Zahl an Arbeitsplätzen an beiden Klinik-Standorten auf dem Spiel. Das Gutachten zeige einen Weg auf, wie und durch welche Maßnahmen das Klinikum zukunftsfähig aufgestellt werden könne. Die Pläne der Curacon sehen demnach nicht vor, das HKZ in Rotenburg komplett zu schließen, sondern durch einzelne gezielte Maßnahmen eine zukunftsfähige Struktur des gesamten Unternehmens zu bündeln. Die kardiologische und neurologische Reha-Abteilung bleiben am Standort in Rotenburg bestehen. Die Akutmedizin soll nach einer mehrjährigen Übergangsphase mit den Angebotsspektren in Bad Hersfeld verschmolzen und angepasst werden.

Auch in Zukunft soll den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ein leistungsfähiges Gesundheitsunternehmen in kommunaler Trägerschaft zur Verfügung stehen – mit einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung. Der Aufsichtsrat hat sich unter Abwägung der bestehenden Chancen, aber auch der Risiken dazu entschlossen, eine Empfehlung zur Umsetzung an die Gesellschafter zu geben.

In einer „Gemeinsamen Stellungnahme der Chefärztinnen und Chefärzte zur strategischen Neuausrichtung des Klinikums Hersfeld-Rotenburg“ hatten sich zuvor die Ärztlichen Direktoren aller vier Klinikstandorte zu dem angestrebten Zielbild bekannt und den politischen Gremien empfohlen, den bevorstehenden Veränderungsprozess möglich zu machen und mit der notwendigen Unterstützung zu begleiten.

„Wir müssen heute auf die bundes- und landespolitischen Änderungen sowie auf die Vergütungssysteme der Krankenkassen reagieren, damit wir auch in fünf oder zehn Jahren noch ein kommunales Klinikum mit breitem Leistungsspektrum betreiben können. Nur indem wir uns an die wechselnden Rahmenbedingungen in Politik und Medizin anpassen, kann der Fortbestand des Unternehmens gewährleistet werden“, ergänzt Koch mit Blick auf sich verändernde Patientenströme, sinkende Fallzahlen und eine zunehmende Ambulantisierung der medizinischen Versorgung.

 Hier finden Sie den Bericht aus der Hersfelder Zeitung vom 01.09.2020

Hier finden Sie den Bericht aus Osthessen-News vom 02.09.2020

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